** Wir sichern und stärken unseren Wirtschaftsstandort durch proaktive Wirtschaftsförderung! **
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Argument: 
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*Strategisches Ziel 1:*
Wir sichern und stärken unseren Wirtschaftsstandort durch proaktive Wirtschaftsförderung

Konkretisierung:
Die Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit ist zentral, um die Stabilität und Fortent-wicklung der Stadt zu gewährleisten. Die laufenden und geplanten Projekte binden langfristig zum Teil erhebliche Mittel. Es gilt die Einnahmeseite zu sichern. Die Stabilität des Wirt-schaftsstandortes ist dafür eine entscheidende Säule. Die Bestandsunternehmen und die Durchmischung der Größenklassen belegen, dass Achim auf dem richtigen Weg ist und in der Lage, Risiken abzusichern. Mittelfristig hat Achim noch Bestandsflächen. Langfristig sol-len die Flächen – nach nahezu einhelliger Auffassung der Entscheider – mit „Achim West“ gesichert werden. „Achim West“ kann zukünftig weiter zu Stabilität und Prosperität beitragen, falls es die erforderlichen Gewerbesteuereinnahmen realisiert und möglichst auch die Anteile an Einkommenssteuer erhöht. Ein attraktives Flächenpotenzial und enorme Investitionen in Kooperation mit dem Landkreis Verden und dem Stadtstaat Bremen gilt es zu stemmen und für ein zukunftsfähiges Achim zu nutzen.
Proaktive Wirtschaftsförderung steuert bewusst die künftige Wirtschaftsentwicklung und nutzt die Erfahrungen der Vergangenheit, um das vorhandene Potenzial erfolgreich nutzbar zu machen.
Ziel sollte es sein, Gewerbeflächen nachhaltig zu entwickeln und zu nutzen und eine gezielte Gewerbeansiedlung zu fördern. Es gilt, arbeitsplatzintensive Unternehmen in möglichst zukunftsträchtigen Branchen mit gehobener Qualifizierungsanforderung anzusiedeln. Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen stehen im Fokus einer bedarfsorientierten Gestaltung und Vermarktung der vorhandenen und neu zu entwickelnden Flächen. Ziel-gruppen sind erweiterungswillige Unternehmen der Region, vor-/ nachgelagerte Branchen von Bestandsunternehmen, regionale Schlüsselbranchen (Luft- und Raumfahrt, Windenenergie, Automotive). Als Maxime sollte „Zukunftsbedarf vor Flächenbedarf“ stehen, d. h. kleinere Parzellierungen für Gründungen und Anforderungen an wandlungsfähige Fabriken sollten berücksichtigt, starke Flächenversiegelung durch Logistikunternehmen dagegen vermieden werden. Für Planung und Vermarktung insbesondere von „Achim West“ sollten vorhandene regionale Cluster und Netzwerke aktiv bespielt werden, um künftige Bedarfe zu erkennen und Kontakte zu vertiefen und zu knüpfen.
Die Belange Achims als Wohnstandort sind dabei zu berücksichtigen. Achim ist eine lebens-werte Stadt mit der Einschränkung von Lärmbelästigung und Stau zu Spitzenzeiten. Eine entlastende Gewerbeflächenentwicklung und eine „saubere“ Gewerbeansiedlung können hier steuernd einwirken, um dem Qualitätsanspruch Achims weiterhin gerecht werden zu können. Damit verbunden ist auch die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität und der Anspruch Achims als moderne Stadt: Bislang ist Gewerbenutzung und Wohnen getrennt voneinander anzufinden. Als eine kompakte Stadt sollte Achim künftig Wohnen und Arbeiten gezielt verbinden. Veränderte Arbeitsformen durch Digitalisierung haben Einfluss auf die Branchenentwicklung und die Anforderungen an die Arbeitsräume innerhalb einer Stadt. Service-, Informations- und Kreativarbeiter lassen Arbeits- und Privatleben zunehmend ver-schwimmen und erfordern kurze Wege innerhalb einer Stadt. Das Potenzial des Sanierungsgebiets „Nördliche Innenstadt“ sollte im Sinne dieser Anforderungen von „new work“ genutzt werden.
Proaktive Wirtschaftsförderung zielt weiterhin darauf ab, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Achim zu stärken und zu vermarkten. Unter der Handlungsprämisse „Vernetzte Gemeinschaft“ ergeben sich hier interessante Anknüpfungspunkte. Sie betreffen neben der stärkeren Verbindung von Wohnen und Arbeiten, die Identifikation der Einpendler mit dem Wohnstandort und der Auspendler mit den Einzelhandelsperlen der Stadt. Diese Verknüpfungen können auch die internen Leitplanken der Stadt Achim betreffen, etwa im Sinne von Sportveranstaltungen für Mitarbeiterteams der Achimer Unternehmen. Standortmarketing spielt eine wesentliche Rolle, das den Unternehmen über die Achimer Fachausstellung hin-aus eine regelmäßige Plattform - etwa in Form eines Wirtschafts-Newsletters - liefert. Standortmarketing sollte sich angesichts der Vermarktung von „Achim West“ auch deutlich über die Stadtgrenzen hinaus vollziehen. Die Kommunikation Achims als „Eine starke Lage zum Wirtschaften“ sollte die in den Leitsätzen genannten Alleinstellungsmerkmalen nutzen und mit Hilfe von Testimonials der Achimer Unternehmerschaft die Vorzüge des Standorts herausstellen. Beim Standortmarketing verbinden sich die drei Handlungsprämissen in besonderem Maße und erwecken das „Zukunftshaus Achim“ zum Leben: Die Grundsätze „gut für die Wirtschaft“, “gut für das Wohnen“, „gut für die Gemeinschaft“ sollten nicht nur zukünftige Entscheidungen für den Wirtschaftsstandort Achim leiten sondern auch die künftige Kommunikation.
Bestandsunternehmen am Standort zu halten und Arbeitsplätze zu sichern ist ein weiteres Ziel der proaktiven Wirtschaftsförderung. Hierfür gilt es, als Wirtschaftsförderer kompetenter Ansprechpartner und wo möglich Problemlöser für die Unternehmen zu sein. Die Sicherung von Unternehmen erfordert eindeutige Ansprechpartner, Abbau bürokratischer Hindernisse, durchgängige Verwaltungsprozesse und pragmatische Unterstützung bei der Problemlösung ebenso wie Kompetenz, schnell verfügbare Informationen und ein gut funktionierendes Netzwerk. Erforderlich ist ein durchgängiges Verständnis innerhalb der Stadtverwaltung aber auch der politischen Gremien von „Wirtschaftsförderung als Gemeinschaftsaufgabe“. Besonders deutlich wird dies am Schlüsselprojekt „Innenstadt.
Ziel der Innenstadtentwicklung sollte es sein, Kaufkraft in Achim zu binden, ohne in Wettbewerb mit den benachbarten Einkaufszentren zu treten. Anzustreben ist eine Nischenstrategie, die das vorhandene Potenzial der höchsten Kaufkraft im Landkreis nutzt. Eine gemeinsame Ausrichtung und Profilierung bis hin zu einheitlichen Öffnungszeiten ist hier ebenso wichtig wie die Schaffung von attraktiven Angeboten. Einen Vorläufer für die Nischenbesetzung könnten Themenmärkte bilden, die das Bewusstsein für lokale Wertschöpfung stärken. Diese sollten auf dem Erfolg des Wochenmarktes aufbauen und unter dem Motto „Achim – eine starke Lage“ in periodischen Abständen lokale Trends und die Vielfalt und den Lebenswert der Stadt abbilden.
Die Innenstadt spielt nicht nur als Wirtschaftsfaktor und die daraus zu generierenden Ein-nahmen eine wichtige Rolle, sondern auch für die „Wohn- und Lebensqualität“. Die Innenstadt als attraktiven Kern zu entwickeln und eine Funktionsvielfalt sicherzustellen, sollte das treibende Element sein. Diese Funktionsvielfalt betrifft Wohnen, Einzelhandel, Tourismus, öffentliche Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie. Diese Funktionen sollen künftig die Innenstadt Achims beleben, indem sie die Aufenthaltsfrequenz erhöhen. Sie sind in Verbindung mit den z. T. bereits begonnenen baulichen Optimierungen und Gestaltungselementen zu sehen, die die Aufenthaltsqualität erhöhen. Entscheidend ist es dabei, Impulse zu setzen und Initiativen der Stadtgesellschaft zu fördern, die Begegnung auch im Rahmen konsumfreier Nutzung möglich machen und das soziale und kulturelle Miteinander stärken. Mit dem Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ und dem Innenstadtentwicklungsprozess sind zwei Projekte angestoßen worden, die die Entwicklung Achims langfristig entscheidend prägen werden. Einhelliges Ziel ist es, die Innenstadt nicht allein als Einkaufsfaktor zu verbessern, sondern die Attraktivität auch über die Faktoren „Aufenthaltsqualität“ und „Wohnen“ zu steigern. Dies korrespondiert mit der operativen Zielsetzung, zielgruppengerechte Angebote für Senioren und Jugendliche zu schaffen. Die Entwicklung der peripheren nördlichen Innenstadt schafft dabei zusätzliche Spielräume. Angebote der Innenstadt können hier ergänzt oder hierhin ausgelagert werden, wodurch verbesserte Flächenpotenziale in der Innenstadt möglich werden. Durch eine optimierte Anbindung an den Bahnhof kann die Innenstadt zusätzlich gestärkt werden. Um die darin liegenden Chancen optimal ausschöpfen zu können, sollten die laufenden Stadtentwicklungsprojekte miteinander gekoppelt werden.
Proaktive Wirtschaftsförderung bedeutet schließlich, bereits im frühen Stadium unternehmerische Aktivitäten aktiv zu unterstützen. Der Übergang von Schule zu Beruf innerhalb Achims motiviert Jugendliche, am Standort Achim zu bleiben. Die Unterstützung von Firmengründungen, die Bildung von Kooperationen mit den nahegelegenen Hochschulen in Bremen oder die Besetzung von Zukunftsthemen für die gezielte Ansiedlung von Unternehmen in vor- und nachgelagerten Branchen sind Beispiele einer übergreifenden beschäftigungsorientierten Stadtpolitik, die unterschiedliche Zielgruppen in zukunftsorientierten Feldern in den Fokus nimmt. Dies erfordert auch innovative Ansiedlungskonzepte, wie sie etwa das Sanierungsgebiet „Nördliche Innenstadt“ bereithält - mit Gestaltungsmöglichkeiten für eine Gründerkultur oder der räumlichen Vereinbarung von Wohnen, Arbeiten und Gastronomie.
Der Bereich Tourismus sollte bei der proaktiven Wirtschaftsförderung eher eine flankierende Rolle spielen und durch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Naherholungsbereich mittelbar die Wirtschaftskraft Achims fördern.