i18: Achim - Eine starke Lage zum Wohnen

Bürgermeisterbüro
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Wir sorgen für ein moderates Wachstum und kümmern uns um die Qualität unseres Wohnstandortes!

Strategisches Ziel 2:

Wir sorgen für moderates Wachstum und kümmern uns um die Qualität unseres Wohnstandorts

Konkretisierung:

Achim konnte in den vergangenen Jahren Wanderungsgewinne insbesondere durch Familien verzeichnen. Folgeinvestitionen zur Sicherstellung der Gemeinbedarfsflächen sind einerseits die Folge. Auf der anderen Seite wird durch das Wachstum längerfristig der demografische Wandel abgeschwächt werden können. Um mit Achim-West auch das Potenzial eines steigenden Einkommensteueranteils zu realisieren, sollte Achim zudem die bereits heute hohe Einpendler-Quote nutzen und künftig - bei Auslastung der heute bereits vorhandenen Gemeinbedarfsflächen - Wohnmöglichkeiten für die Erwerbstätigen sicherstellen. Die Anteile an der Einkommenssteuer werden stabile Einnahmen sichern. Wachstum ist also angesagt, aber unter Berücksichtigung der Handlungsprämisse „Wohnen mit Lebensqualität“ sollte dies deutlich moderat erfolgen. Im Mittelpunkt dieses strategischen Ziels steht also der Begriff “Qualität“: Vorhandene Stärken gilt es dabei zu sichern, vorhandene Lücken im Wohnstandort zu schließen. Die Komplettierung des Wohnstandorts Achims bezieht sich sowohl auf Flächen im Sinne einer Innenverdichtung als auch auf die Rahmenbedingungen, die ein lebenswertes und attraktives Wohnen ausmachen sowie die Zielgruppen, die dieses Wohnumfeld künftig nachfragen werden.

Moderates Wachstum hat die Aufgabe, den Wohnstandort zu komplettieren, die Qualität zu sichern und eine maßvolle Neuansiedlung zu ermöglichen.

Die dörfliche Struktur zeichnet Achim aus – die Qualität der Ortschaften und Ortsteile sind zu sichern. Dort vorhandene Lücken zu schließen und die (dörflichen) Kerngebiete zu stärken, sollte operatives Ziel der Stadt Achim sein. Dies betrifft auch weiterhin die Nahversorgung, Maßnahmen zur Lärmdämmung, aber auch zentrale Maßnahmen, um die Identität der Dörfer mit ihrer kulturellen Vielfalt zu erhalten. Vorhandene Lücken sind auch in der Kernstadt zu schließen, um die Innenstadt als attraktiven Mittelpunkt im Sinne einer funktionskompletten Einheit v. a. auch beim Wohnen zu etablieren. Diese Zielsetzung findet sich bereits unter der strategischen Zielsetzung „proaktive Wirtschaftsförderung“ wieder.

Nicht nur in der Innenstadt gilt es, Leerstände (präventiv) zu beheben. Angesichts der vorhandenen Wohnraumnachfrage ist die Bestandsentwicklung in ganz Achim der Schlüssel für ein moderates Wachstum. Dafür erforderlich sind Modernisierung des Wohnraumbestands, Optimierung des Wohnumfeldes und Abbau bürokratischer Hindernisse. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die energetische Sanierung der meist in die Jahre gekommenen Gebäude: Ein zeitlich und evtl. zunächst räumlich begrenztes Modellprojekt „Energetische Modernisierung“, in das örtliche Handwerker und Schornsteinfeger, lokale Kreditinstitute und Stadtwerke, angesiedelte Unternehmen der Heizungs- und Baustoffbranche aktiv eingebunden werden, und das durch öffentliche Förderung unterstützt werden sollte, könnte eine Sogwirkung auslösen, von dem alle Akteure profitieren. Ein solches Projekt hätte Vorbildfunktion in die gesamte Region hinein und würde Erfahrungswissen generieren, das auch für die energieeffiziente Ausgestaltung von „Achim West“ genutzt werden könnte. Information und Beratung für (potenzielle) Eigentümer sollten flankierend stattfinden.

Den Wohnstandort Achim zu komplettieren bedeutet auch, ein differenziertes Wohnraumangebot sicherzustellen. Ausgehend von den Zielgruppen werden neben den Familien künftig Jugendliche und Senioren verstärkt in den Fokus der Wohnstadt Achim rücken müssen. Der Anteil der Senioren wird in jedem Falle steigen. Wie stark, ist abhängig von den flankierenden Maßnahmen. Hierzu zählt auch die Bindung von Jugendlichen an den Wohnstandort, für die die Handlungsprämisse „Beschäftigungsorientierte Stadtpolitik“ von besonderer Bedeutung sein wird. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum spielt hier ebenso eine Rolle wie barrierefreie bzw. attraktive kleine Wohnungen. Wie groß hier der Bedarf in Zukunft sein wird, wird das in Arbeit befindliche Wohnraumversorgungskonzept beziffern. Zu berück-sichtigen sind auch alternative Wohnformen, die im Sinne einer generationenübergreifenden Quartiersentwicklung etwa auch die Betreuung von Schulkindern durch Nachbarschaftshilfe entlasten könnten.

Komplettierung des Wohnstandorts beinhaltet weiterhin die Förderung der Bildungsinfrastruktur an den Schulen und im außerschulischen Bereich. Allgemeiner Zuzug, die Integration der Flüchtlingskinder und die Anforderungen an Inklusion erfordern neue Klassenräume und damit weitere Investitionen in das Gemeinbedarfswesen. Zusätzlich bestehen Anforde-rungen an die außerschulische Bildung: Die vorhandenen Angebote der Vereine und freien Träger sollen nicht nur den laufenden Bedarfen, sondern auch den Bedarfen, die sich aus der vorliegenden Gesamtstrategie heraus ergeben, gerecht werden können. Die Angebote zur kulturellen und musischen Bildung, die Ferienbetreuung, Bildungsaktivitäten zur Integration der Flüchtlinge oder zur Vorbereitung Jugendlicher auf das Berufsleben sollten für ein wirkungsvolles Angebot stärker als bisher aufeinander abgestimmt werden.

Achim hat das Potenzial, das Verkehrsaufkommen auf verschiedene Verkehrsträger zu verteilen (modal split) und damit die Umwelt zu entlasten und Lebensqualität zu steigern. Die Entlastung des Individual- und Gewerbeverkehrs sollte angestrebt werden. Innovative Ansätze für die Entlastung und Steuerung des Verkehrsaufkommens sollten gefördert wer-den. Insbesondere die Potenziale des Sanierungsgebietes „Nördliche Innenstadt“ kommen für modal split in Frage und sollten durch alternative Mobilitätskonzepte genutzt werden.

Für den Wohnstandort – und mittelbar für den Wirtschaftsstandort – Achim spielt die Qualität der Naherholung eine wichtige Rolle. Vorhandene Lücken im Naherholungsbereich zu schließen, sollte operatives Ziel sein. Im Vordergrund steht hier die Weser, die wesentlich zur exponierten Lage der Stadt beiträgt, aber künftig deutlich stärker als Alleinstellungs-merkmal genutzt werden sollte. Maßnahmen zur Aktivierung der Weser als Magnet könnten sein: die stärkere Anbindung der Stadt an den Weser-Radweg, zielgruppenspezifische Veranstaltungsformate an der Weser, Verbesserung der Aufenthaltsqualität oder die Prüfung/ Initiierung eines Schiffsanlegers.

Neben der städtischen Entwicklungsperspektive („Was braucht Achim langfristig?“) sind für die Qualitätssicherung „Wohnstadt Achim“ auch die spezifischen Bedarfe und Bedürfnisse der Bürger einzubeziehen. Die einzelnen Zielgruppen haben in der Vergangenheit unter-schiedliche Prioritäten erfahren. Für die Sicherung und Fortentwicklung der Stadt Achim gilt es jedoch, alle Zielgruppen gleichrangig zu betrachten, aber zielgruppenspezifisch auszugestalten:

  • Vorantreiben: Jugendliche sind das Kapital der Stadt Achim. Die Angebote sollten da-hingehend ausgerichtet werden, Jugendliche an den Standort Achim zu binden. Aufenthaltsqualität, Anpassung der Öffnungszeiten und berufliche Perspektiven spielen hier eine wesentliche Rolle - aber auch gezielte Projekte, die Jugendliche aktiv einbeziehen, mit anderen Akteuren vernetzen und deren Erfolge die Jugendlichen zelebrieren können. Eine Lobby „Jugendliche für Achim“ könnte entsprechende Projekte initiieren, steuern und in die Öffentlichkeit tragen.
  • Sichern: Familien sind entscheidender Faktor für die Wohn- und Lebensqualität Achims. Angebote sollten darauf abzielen, Familien am Wohnstandort zu halten. Gemeinbedarfe und Vernetzung in die Stadtgesellschaft gilt es zu sichern. Die Vereinbarung von Arbeit und Familie durch institutionelle und nachbarschaftliche Betreuungs-Maßnahmen ist hier weiterhin zentral.
  • Aktivieren: Best Ager stellen ein wichtiges Potenzial für das Ehrenamt und die Wirtschaftskraft dar, die es zu nutzen gilt. Die Anforderungen dieser Zielgruppe sollten insbesondere in die Innenstadt-Entwicklung eingebunden werden. Durch niederschwellige Angebote und Projekte der Vereine sollten Best Ager mit ihren Erfahrungen und zeitlichen Möglichkeiten für Vereinsarbeit gewonnen werden.
  • Einbinden: Senioren kommt angesichts des demografischen Wandels eine verstärkte Bedeutung zu. Seniorengerechte Angebote in der Innenstadt, die die Wohn- und Lebensqualität dieser Zielgruppe steigern, werden zukünftig auch Wettbewerbs- und Wirtschaftsfaktor sein. Innenstadtnahes Wohnen spielt hier ebenso eine Rolle wie Gesundheitsprodukte. Die vielfältig vorhandenen Angebote für Senioren innerhalb Achims sollten veröffentlicht werden, um besser genutzt werden zu können und um Marktlücken zu erkennen.

Um dieses strategische Ziel zu erreichen, sind alle Akteure gefragt: Stadtverwaltung, Eigenbetriebe und Beteiligungen, Ehrenamt und Träger, Unternehmen und Investoren – und schließlich auch die Bürger, die in den unterschiedlichen Lebenslagen die Bedarfe bestimmen. Mit dem bisherigen Ansatz, beteiligungsorientierte Ergebnisse zu erzielen, ist Achim bereits auf einem guten Weg.

Verwaltungsverfahren #13

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